Unterwegs.
Jedesmal wenn ich zu Besuch komme zu Dir.
Wieder einen kleinen Teil von meinem Hab und Gut zu packen.
Jedesmal wenn ich die schwere Holztür zum Garten öffne, die klemmt.
In den Geruch von Flieder trete.
Vorbei an den ewigen Sammelecken von Bauresten und gefundenem Material.
Die im Regen liegen gelassen und verwittert auf irgendeinen nächsten Mülltransport warten.
Schleiche ich mich ungesehen in den Garten.
Für einige Minuten.
Atme ich Heimat.
Zuhause.
Im Haus lege ich meine Tasche ab.
Hänge die Jacke an den Haken.
Füttere den Hund.
Möchte uns einen frischen Kaffee kochen.
Mit dir in der Gartensonne sitzen.
Hören wie es dir geht.
Dir von meinen Erlebnissen berichten.
Abends mit dir spazieren durch die Pferdewiesen.
Oder ein Hähnchen grillen mit echtem Holz in der neuen großen Feuerschale.
Die unbenutzt in einer Ecke liegt.
Im Gartenbett einschlafen neben dir.
Aufwachen neben dir.
Mit dir frühstücken.
Als wäre nichts gewesen.
Als käme ich von einer etwas längeren Reise nach Hause.
Zurück zu dir.
Als wären wir aufgewacht aus einem seltsamen Traum.
Der Hund springt vergnügt durchs hochgewachsene Gras.
Ich hänge unsere nasse Wäsche an die frische Luft.
Du liest Zeitung.
Dann male ich eines der angefangenen Bilder weiter.
Bei Sonne im Garten.
Bei Regen in der blauen Holzhütte.
Vielleicht musst du heute keine Rede halten und bleibst bei uns, liest oder wühlst mit deinen Händen in der Gartenerde.
Gegen Abend.
Kurz vor Einbruch der Dunkelheit.
Ziehe ich los ins Atelier.
Mit zu voll beladenem Drahtesel.
Den ich nur noch schieben kann.
Weil wir beide beschlossen haben, uns zu trennen.
Weil wir beide zu stur sind, den Entschluss zurückzunehmen.
Weil du sagst, dass mein Umzug bald ein Ende haben muss.
Und du siehst mich mit Kisten und Säcken bepackt.
Den Hund ans Fahrrad gebunden.
Losstapfen.
Und du sagst:
"Wenn ich dich so sehe.
Glaube ich:
Du brauchst überhaupt kein Zuhause mehr.
Deine Heimat ist unterwegs."
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